Menschenverachtende Berichterstattung bei der taz – wie lange noch?


09.07.2008

++++++++++Pressemitteilung++++++++++++

 
zum taz-Artikel „Transsexueller schwanger - Mutter oder
Vater?“ vom 02.07.08



Menschenverachtende Berichterstattung bei der taz – wie lange noch?


Am 02.07.08 veröffentlichte die taz einen Artikel über den transgeschlechtlichen schwangeren Mann Thomas Beatie nach dem Muster „zwei Journalist_innen – zwei Meinungen“ – und die taz bleibt damit scheinbar objektiv. Im ersten Teil des Artikels spricht sich Cigdem Akyol für Beaties Recht aus, seine biologischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Im zweiten Teil spricht ihm Arno Frank dieses Recht in einem unglaublich polemischen und diffamierenden Ton wieder ab.


TransInterQueer e.V. ist empört über diese reißerische und diffamierende Art der Berichterstattung. Kein Mensch hat das Recht die Identität eines anderen Menschen in Frage zu stellen oder diesen aufgrund derselben zu diskriminieren.


Es ist leider nicht das erste Mal, dass die taz, eine Zeitung, die sich selbst als seriös und gesellschaftskritisch versteht, über transgeschlechtliche Menschen falsch, abfällig und menschenverachtend schreibt. Alles unter dem Deckmantel der Gesellschaftskritik.


So macht auch Frank den Rundumschlag: Transgeschlechtlichkeit sei, so Frank sinngemäß, eine Wahnvorstellung, ein „bizarrer Auswuchs der Genderstudies“. Für Frank ist daher „Thomas Beatie kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau - und gottlob nicht verstümmelt genug, um keine Kinder gebären zu können.“


Die Äußerungen Arno Franks stacheln zur Diskriminierung transgeschlechtlicher Menschen auf und fördern damit direkt die sprachliche und physische Gewalt, der transgeschlechtliche Menschen immer noch ausgesetzt sind (wie erst jüngst wieder der homo- und transphobe Überfall auf dem Heinrichsplatz in Kreuzberg am 08.06.08 zeigte). Außerdem greift er die Menschenwürde Thomas Beaties und aller transgeschlechtlichen Menschen an, indem er sie beschimpft und verächtlich macht.

 

TransInterQueer e.V. behält sich vor, eine Beschwerde beim deutschen Presserat gegen die taz einzuleiten.