Presseerklärung --
TransInterQueer e.V. (www.transinterqueer.org)
30. März 2009
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Gewalt gegen transgeschlechtliche und homosexuelle Menschen in der Türkei geht weiter: Zwei Morde und körperliche Übergriffe in Bursa, Edirne und Eskisehir.
Nach dem Mord an Ebru Soykan am 10. März 2009 sind in der Woche vom 23. März nun drei weitere Opfer transphober und homophober Gewaltverbrechen zu beklagen.
Wie Lamda Istanbul mitteilte, wurde eine transgeschlechtliche Frau in Bursa mit abgeschnittenem Kopf aufgefunden. In Edirne wurde ein homosexueller Mann ermordet. Der Täter begründete seine Tat damit, dass er von dem Toten zum Geschlechtsverkehr aufgefordert worden sei. In Eskisehir wurde eine transgeschlechtliche Frau angegriffen und zusammengeschlagen.
TransInterQueer e.V. ist entsetzt über die nicht abreißende Gewalt gegenüber transgeschlechtlichen und homosexuellen Menschen in einem Land, das sich als Teil Europas versteht und Mitglied der Europäischen Union werden möchte.
Im Abstand von nur zwei Wochen müssen wir erneut die Frage stellen: Wie lange noch sollen solche Gewaltverbrechen mit transphobem und homophobem Hintergrund in Europa Alltag sein? Wie lange noch bleiben die Täter in der Türkei strafrechtlich unbehelligt?
Und wir fragen: Werden auch diese neuen Gewaltverbrechen keine Untersuchung nach sich ziehen, wie es bis heute bei folgenden Morden an homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen der Fall ist:
Ahmet Yildiz (ermordet am 15. Juli 2008 in Istanbul)
Dilek Ince (ermordet am 12. November 2008 in Ankara)
Die Dunkelziffer der Gewaltverbrechen an LSBT Menschen in der Türkei ist hoch und die meisten Fälle kommen nie ans Tageslicht. Viele werden nie untersucht: Bereits im April 2007 übergab Lambda Istanbul ein Dossier von 19 aktuellen Fällen ziviler und polizeilicher Übergriffe an die Menschenrechtskommission der Provinz Istanbul und verlangte eine Untersuchung. Diese wurde mit dem Argument abgelehnt, es lägen bei den beschriebenen Fällen keine Menschenrechtsverletzungen vor.
Die Menschenrechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen sind in der Türkei alles andere als geschützt! Das muss aufhören!!
Noch einmal fordern wir die Europäische Union und den Europarat nachdrücklich auf, ihren Druck auf die Türkei und auf all jene Staaten zu erhöhen, die sich der Anerkennung der Menschenrechte für alle Menschen verweigern.
Für aktuelle Informationen wenden Sie sich bitte an:
GLADT e.V. : 030 - 26 55 66 33 oder info[at]gladt.de
oder besuchen sie unsere Website www.transinterqueer.org
Weitere allgemeine Informationen zur Menschenrechtssituation unter:
http://www.hrw.org/en/reports/2008/05/21/we-need-law-liberation-0
(Mai 2008, Human Rights Watch: Bericht über die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen in der Türkei)
http://www.hrw.org/en/reports/2008/12/05/closing-ranks-against-accountability-0
(Dezember 2008, Human Rights Watch: Folgebericht speziell über polizeiliche Übergriffe auf transgeschlechtliche Menschen in der Region Istanbul)
Bilder vom öffentlichen Protest und der Mahnwache vor Ebru Soykans Haus in Istanbul:
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Zur Unterstützung von Lambda Istanbul könnt ihr hier online spenden.
Presseerklärung von Human Rights Watch (link)