2011

Transgender Europe: Presseerklärung - 23. Dezember 2011

Jetzt online: Die erste Kartierung der rechtlichen und medizinischen Versorgungssituation von Trans*-Menschen in 58 Ländern

Die Rechts- und Gesundheits-Kartierung wurde von Transgender Europes Forschungprojekt Transrespect versus Transphobia Worldwide (TvT) in enger Zusammenarbeit mit Experten und Aktivisten aus sämtlichen Weltregionen umgesetzt. Ein umfassender Fragebogen, der vom Forschungsteam des TvT-Projekts entwickelt und von mehr als 15 Forscher_innen und Aktivist_innen aus allen sechs Weltregionen geprüft wurde, wurde an über 70 internationale Aktivist_innen und Expert_innen verteilt. Diese antworteten mit detaillierten Informationen, Kommentaren und Erklärungen zur spezifischen Situation im jeweiligen Land.

Die Presseerklärung zur "Ersten Kartierung der rechtlichen und medizinischen Versorgungssituation von Trans*-Menschen in 58 Ländern" weiterlesen....[pdf]

 

"Horizont 2014: Welche LGBT-Rechte in der EU?"

Am 08. Dezember 2011 hielt die Intergroup on LGBT Rights des Europäischen Parlaments einen öffentlichen Runden Tisch zum Thema "Horizont 2014: Welche LGBT-Rechte in der EU?" ab. Dem Ereignis wohnten Mitglieder des Europäischen Parlaments bei, Mitarbeiter des Parlaments und des Europarates sowie auch Gäste aus der Zivilgesellschaft. Ein Aufgebot aus drei Sprechern untersuchte, was die EU bislang in Sachen LGBT-Rechte erreicht hat und was bis zum Ende des gegenwärtigen EU-Mandats 2014 erwartet werden kann.
Nach einer kurzen Einführung durch die Vorsitzende vermittelten die drei Sprecher ihre Sicht der Entwicklung der LGBT-Rechte in der EU während der nächsten zweieinhalb Jahre....hier weiterlesen....

 

 

Das Europäische Parlament ruft Kroatien dazu auf, einen nationalen Aktionsplan für LGBT-Rechte einzuführen

01. Dezember 2011
Heute verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zum Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union. Neben weiteren Vorgaben fordert der Text den künftigen Mitgliedsstaat auf, Homophobie zu bekämpfen und homophober Gewalt vorzubeugen. Der Aufruf des Parlaments erfolgt als Antwort auf die diesjährige Pride-Parade in der Stadt Split, bei der es zu gewalttätigen Übergriffen kam.

Im heute verabschiedeten Text sagt das Europäische Parlament, es sei "tief besorgt über die gewaltsamen Ausschreitungen gegen Teilnehmer an der LGBT-Pride-Parade in Split am 11 Juni 2011 und das Unvermögen der kroatischen Behörden, die Teilnehmer zu schützen."

Außerdem fordert das Parlament "die kroatischen Verantwortlichen auf, im Zusammenhang mit den begangenen Straftaten umfassende Untersuchungen und Strafverfolgungen einzuleiten und Strategien zu entwickeln, um solche Vorfälle künftig zu verhindern" und "fordert die kroatischen Behörden auf, unverzüglich einen Aktionsplan gegen Homophobie anzunehmen und umzusetzen".

Ulrike Lunacek MEP, Co-Präsidentin der Intergroup on LGBT Rights des Europäischen Parlaments, kommentierte: "Das Europäische Parlament hat konsequent den Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen in Europa gefordert, einschließlich der westlichen Balkan-Gebiete. Die Arbeit einiger lokaler und nationaler Behörden in Kroatien führt langsam zu einer insgesamt besseren Situation, aber es muss noch mehr getan werden, um sicherzustellen, dass LGBT-Menschen ohne Angst und Diskriminierung in Südosteuropa leben können."

Marije Cornelissen, niederländisches MEP-Mitglied der LGBT Intergroup und Autorin des Abschnitts über LGBT-Rechte, sagte nach der Abstimmung: "Kroatien wird 2013 in der Europäischen Union willkommen sein, aber bis dahin - und sobald es ein Mitgliedsstaat geworden ist - muss es sich aufmerksam um die Rechte von Minderheiten kümmern."

Frau Cornelissen fügte hinzu: "Bei der Split-Parade dieses Jahr waren die lokalen Behörden nicht imstande, mich und andere Teilnehmer_innen vor gewalttätigen Demonstranten zu schützen. Ich freue mich auf den Tag, an dem Kroatien mit der Hilfe anderer europäischer Staaten wie den Niederlanden einen Aktionsplan gegen Homophobie und Transphobie umsetzen wird."
Kroatien wird im Juli 2013 zum 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union.
Original unter http://www.lgbt-ep.eu/press-releases/european-parliament-calls-on-croatia-to-adopt-national-action-plan-for-lgbt-rights/
Deutsche Übersetzung: Sandra-Isabell Trautner mit Erlaubnis der LGBT Intergroup des Europäischen Parlaments. Maßgeblich ist stets der englische Text.

 

 

Offener Brief: Protest gegen transphobe und homophobe Argumentation in der FSK

FSKBegründung zum Film „Romeos“, Prüf‐Nr. 129 273/V
TransInterQueer e.V. & TGNB fordern Rücknahme und Entschuldigung der FSK

Sehr geehrte Damen_Herren der FSK,
TransInterQueer e.V. und das Transgender Netzwerk Berlin (TGNB) protestieren aufs
Schärfste gegen die trans‐ und homophobe Begründung für die FSK‐Einstufung „ab 16
Jahren“ des Films „Romeos“ (Prüf‐Nr. 129 273/V), die zudem „Geschlechtsidentität“ mit
„Homosexualität“ verwechselt. Der Film handelt von einem transmännlichen
Jugendlichen im Prozess des trans* Coming‐Outs, der sich in einen Cis‐Mann verliebt –
behandelt also die Überschneidung von Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit.
Aber Unwissendheit schützt bekanntlich vor Diskriminierung nicht:
In der Begründung der FSK heißt es „das Thema selbst ist schon schwierig“, es könne für
die Jüngsten in ihrer „sexuellen Orientierungsphase“ belastend sein, außerdem würde
der Film eine „völlig einseitige Welt der Homosexualität“ schildern, die eine „verzerrte
Realität“ widerspiegele und zu einer „Desorientierung der sexuellen Selbstfindung“
führen könne. Obwohl auch laut FSK am Film selbst nichts auszusetzen ist, der Film auf
der Bildebene „nicht schamverletzend“ sei und auch die Sprache nicht „zotig“ wäre,
befürchtet die FSK allein durch die Behandlung des Themas Transsexualität/Transgender
in Verbindung mit Homosexualität und Jugend, dass der Film für unter 16 Jährige nicht
„verkraftbar“ sei. Das ist skandalös und rechtsverletzend!

den offenen Brief an die FSK hier weiterlesen....

und hier gibts die Beurteilung der FSK zum nachlesen.....

 

 

Transgender Europe: Presseerklärung 16. November 2011

Transgender Europes „Trans Murder Monitoring“-Projekt verzeichnet 221 Morde an Trans*-Menschen in den letzten 12 Monaten

Insgesamt wurde seit Januar 2008 von 755 Morden an Trans*-Menschen berichtet
Am 20. November 2011 wird der 13. Internationale Transgender Day of Remembrance abgehalten: Seit 1999 findet der Transgender Day of Remembrance (TDOR), an welchem sich an die Mordopfer erinnert wird, jedes Jahr im November statt. Der TDOR stärkt das öffentliche Bewusstsein über Hassverbrechen gegen Trans*-Menschen, bietet Raum für öffentliche Trauer und ehrt das Leben jener Trans*-Menschen, die sonst möglicherweise in Vergessenheit geraten würden. Er begann damals in den USA und wird heute in vielen Teilen der Welt abgehalten. Bis heute fand der TDOR in mehr als 180 Städten in über 20 Ländern in Nordamerika, Europa, Asien, Afrika und Ozeanien statt.
Leider gibt es dieses Jahr 221 Trans*-Menschen als Neueinträge in der Liste derer, deren Andenken wir bewahren, die wir ehren und um die wir trauern, wie ein Update der vorläufigen Resultate des „Trans Murder Monitoring“-Projekts von Transgender Europe offenbart.

die gesamte Presseerklärung zum Thema: „Trans Murder Monitoring-Projekt verzeichnet 221 Morde an Trans*-Menschen in den letzten 12 Monaten" gibts hier als PDF

 

PRESSEMITTEILUNG zum 8.11.2011

von TransInterQueer e.V. und der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen (IVIM)

www.transinterqueer.org • www.intersexualite.de

Internationaler Tag der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen

Anlässlich des internationalen Tags der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen am 8. November blicken wir zurück auf ein ereignisreiches Jahr:

+++ Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich mit der Situation intersexueller Menschen und soll der Bundesregierung bis Jahresende einen Bericht dazu vorlegen. Die Bundesregierung ist ihrerseits bereits 2008 vom UN-Ausschuss CEDAW verpflichtet worden, binnen zwei Jahren aktiv zu werden, um die Menschenrechtsverletzungen an Inter* zu beenden. Es steht zu hoffen, dass der dringende Handlungsbedarf, der in der Ethikrat-Anhörung am 8. Juni festgestellt wurde, zu konkreten Veränderungen führt.

+++ Vom 3. bis 5. September fand das weltweit erste internationale Intersex Organisationsforum in Brüssel statt, unterstützt von der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) und von ILGA-Europe. Dieses historische Ereignis brachte erstmals 24 Aktivist_innen von 17 Intersex-Organisationen aller Kontinente zusammen. Das Forum einigte sich auf drei Basisforderungen:

  1. Beendigung der verstümmelnden und "normalisierenden" Eingriffe wie Genitaloperationen, psychologischer und anderer medizinischer Behandlungen sowie der Praxis der Kindstötung und selektive Abtreibung (aufgrund von Intergeschlechtlichkeit) in manchen Teilen der Welt.
  2. Die Gewährleistung der persönlichen, freien, vorherigen und vollständig informierten Einwilligung des_der Betroffenen als verpflichtende Voraussetzung für alle medizinischen Verfahren und Behandlungsrichtlinien.
  3. Schaffung und Förderung von unterstützenden, sicheren und wertschätzenden Orten für intergeschlechtliche Menschen und diejenigen, die ihnen nahe stehen.

+++ Zu unserer ersten Berliner Inter*-Tagung, die vom 7. bis 9. Oktober stattfand, reisten Menschen aus ganz Deutschland an. Auch auf diesem Kongress stand erstmals nicht der Selbsthilfe-Aspekt, sondern die Verständigung über gemeinsame politische Forderungen im Vordergrund.

Während diese Aktivitäten eindringlich zeigen, dass die Situation intergeschlechtlicher Menschen politisch und gesellschaftlich angegangen werden muss, fahren Mediziner_innen fort, geschlechtliche Vielfalt zu pathologisieren und unsichtbar zu machen. So auch auf der 6. Gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie und Pädiatrische Diabetologie, die vom 11. bis 13. November in der Berliner Charité stattfinden wird. Dort wird erneut Intersexualität als behandlungsbedürftige Krankheit und als monströse Erscheinung verhandelt.

Der Ignoranz und der Definitionsmacht der Medizin muss ein Ende gesetzt werden – Schluss mit den Menschenrechtsverletzungen!

 

 

Führende Menschenrechtsorganisationen

fordern die türkische Regierung auf, Anklagen

gegen Transgender-Aktivist_innen fallen zu lassen

Die Schikanen gegen Transgender-Menschen müssen aufhören!

Zur sofortigen Veröffentlichung

(New York, 2. November 2011) - In einem gemeinsamen Brief, der heute an das türkische Justizministerium ging, fordern sieben Menschenrechtsorganisationen ein Ende der anhaltenden Schikanierung von Transgender-Menschen und Menschenrechtsverteidigern und brachten ihren Schrecken über die Verurteilung und mögliche Inhaftierung von Führungspersonen der Organisation Pembe Hayat zum Ausdruck.

 

Am 26. Oktober 2011 verurteilte Ankaras 15. Strafgericht der ersten Instanz die drei Transgender-Menschenrechtsaktivist_innenen, Naz Güdümen, Buse Kılıçkaya und Selay Tunç, zu Haftstrafen zwischen fünf und achtzehn Monaten. Man warf ihnen Vergehen wie „Widerstand gegen die Polizei“ und „Beleidigung der Polizei“ vor. Während die Haftstrafen von Frau Tunç und Frau Güdümen aufgehoben wurden, wird das Gerichtsurteil im Falle von Frau Kılıçkaya durchgesetzt, wenn es vom Berufungsgericht bestätigt wird.

 

diesen Text zu "Die Schikanen gegen Transgender-Menschen müssen aufhören!" weiterlesen

 

 

 

NEU: Internationales Projekt von TrIQ zu medialer Repräsentation von Trans*

„Page One“, so heißt die neue EU-geförderte Lernpartnerschaft von TransInterQueer mit Trans*-Projekten aus Großbritannien, Irland, Italien und der Schweiz. Gemeinsam mit TransMedia Watch (www.transmediawatch.org), Transgender Equality Network Ireland (www.teni.ie), Transgender Network Switzerland (www.transgender-network.ch) und Movimento Identità Transessuale (www.mit-italia.it) arbeitet TrIQ zwei Jahre an Strategien, über Trans* angemessen in den Medien zu sehen, hören, lesen – die Projekte teilen Beispiele guter Praxis (z.B. die TrIQ-Broschüre für Journalist_innen, siehe unter http://www.transinterqueer.org/uploads/Trans*%20in%20den%20Medien), organisieren Workshops, öffentliche Veranstaltungen mit lokalen Medienvertreter_innen, testen Watchdog-Verfahren etc. Zum Abschluss des Projekts entsteht eine online erhältliche Broschüre mit Tricks und Tipps, die europaweit nutzbar sein soll: was tun in Fällen transphober Berichterstattung, wie Netzwerke zu_von Trans* in den Medien bilden, wie gute PR in eigener Sache machen usw. Mehr Informationen bei Leo Y. Wild, leo.wild@gmx.net

Grundtvig Logo with EU Flag and Text.jpg

Anlässlich des internationalen Tags der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen am 8. November blicken wir zurück auf ein ereignisreiches Jahr:

Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich mit der Situation intersexueller Menschen und soll der Bundesregierung bis Jahresende einen Bericht dazu vorlegen. Die Bundesregierung ist ihrerseits bereits 2008 vom UN-Ausschuss CEDAW verpflichtet worden, binnen zwei Jahren aktiv zu werden, um die Menschenrechtsverletzungen an Inter* zu beenden. Es steht zu hoffen, dass der dringende Handlungsbedarf, der in der Ethikrat-Anhörung am 8. Juni festgestellt wurde, zu konkreten Veränderungen führt.

Vom 3. bis 5. September fand das weltweit erste internationale Intersex Organisationsforum in Brüssel statt, unterstützt von der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) und von ILGA-Europe. Dieses historische Ereignis brachte erstmals 24 Aktivist_innen von 17 Intersex-Organisationen aller Kontinente zusammen. Das Forum einigte sich auf drei Basisforderungen:

 

1. Beendigung der verstümmelnden und "normalisierenden" Eingriffe wie Genitaloperationen, psychologischer und anderer medizinischer Behandlungen sowie der Praxis der Kindstötung und selektive Abtreibung (aufgrund von Intergeschlechtlichkeit) in manchen Teilen der Welt.

 

2. Die Gewährleistung der persönlichen, freien, vorherigen und vollständig informierten Einwilligung des_der Betroffenen als verpflichtende Voraussetzung für alle medizinischen Verfahren und Behandlungsrichtlinien.

 

3. Schaffung und Förderung von unterstützenden, sicheren und wertschätzenden Orten für intergeschlechtliche Menschen und diejenigen, die ihnen nahe stehen.

 

Zu unserer ersten Berliner Inter*-Tagung, die vom 7. bis 9. Oktober stattfand, reisten Menschen aus ganz Deutschland an. Auch auf diesem Kongress stand erstmals nicht der Selbsthilfe-Aspekt, sondern die Verständigung über gemeinsame politische Forderungen im Vordergrund.

 

Während diese Aktivitäten eindringlich zeigen, dass die Situation intergeschlechtlicher Menschen politisch und gesellschaftlich angegangen werden muss, fahren Mediziner_innen fort, geschlechtliche Vielfalt zu pathologisieren und unsichtbar zu machen. So auch auf der 6. Gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie und Pädiatrische Diabetologie, die vom 11. bis 13. November in der Berliner Charité stattfinden wird. Dort wird erneut Intersexualität als behandlungsbedürftige Krankheit und als monströse Erscheinung verhandelt.

 

Der Ignoranz und der Definitionsmacht der Medizin muss ein Ende gesetzt werden – Schluss mit den Menschenrechtsverletzungen!

 

 

Europäisches Parlament wiederholt Aufruf nach EU-weiter Antidiskriminierungs-Richtlinie

26. Oktober 2011

Das Europäische Parlament hat diese Woche bereits zum zweiten Mal wiederholt, dass es Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung EU-weit verbieten möchte. Hierzu wurden die EU-Staaten aufgerufen, sich über den vor über drei Jahren vorgeschlagenen Gesetzesentwurf zu verständigen.

Presseerklärung "Europäisches Parlament wiederholt Aufruf nach EU Antidiskriminierungs-Richtlinie" weiterlesen

 

 

 

Kundgebung zu STP 2012

 

 

 

 

Pressemitteilung von TransInterQueer e.V. vom 18.10.2011

Gründung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ohne trans* und inter* Einbezug nicht im Sinne des Namengebers!

Kritik am Beschluss des Bundeskabinetts vom 31.08.2011

 

Aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Justiz vom 31.08.2011 geht hervor, dass das Bundeskabinett nun der Einrichtung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und damit dem vorliegenden Satzungsentwurf zugestimmt hat. Laut PM soll die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld entsprechend dem historischen Erbe ihres Namensgebers „einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender in Deutschland abzubauen" - also auch von andersgeschlechtlichen Menschen, die Hirschfeld in seinem ‚Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen’ beforscht hat. Das Unrecht an Trans*- und Inter*-Personen und deren Verfolgung insbesondere auch unter § 175 StGB (Strafgesetzbuch), ist historisch und in seinen Interdependenzen zu Homosexualität und anderen Mehrfachdiskriminierungen unbearbeitet. Die Diskriminierungssituation von Trans*/Inter* ist nach wie vor eine aktuell brisante - erst 2011 hat das Bundesverfassungsgericht bspw. das Sterilisationsgebot im Transsexuellengesetz als menschenrechtsverletzend mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt. Es gäbe also in der Tat viel zu tun und viel zu forschen.

Allerdings ernüchtert dann der Blick auf Stiftungszwecke und das Stiftungsmandat im aktuellen Satzungsentwurf, in dem plötzlich nur noch die „Homosexuellenverfolgung" aufgearbeitet werden soll. In den aktuellen Stiftungszielen und der Satzung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld fehlen Transgender, Transsexuelle und intergeschlechtliche Menschen und damit wesentliches. Dies dürfte nicht im Sinne des Namensgebers sein.

TransInterQueer e.V., das Transgender Netzwerk Berlin und der wissenschaftliche Beirat des Transgender Netzwerkes Berlin wenden sich deswegen entschieden gegen die Reduzierung der Problematik und gegen die einseitige Ausrichtung der Stiftung auf Homosexualität. Weibliche wie männliche Homosexualität, „Transvestitismus“ und „Transsexualität“ lassen sich insbesondere in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus dem bisherigen Forschungsstand zufolge kaum getrennt denken und nicht unter „Homosexualität“ alleine erforschen. Gerade deshalb bedarf es eines Stiftungszweckes, der der Aufarbeitung von Gemeinsamkeiten und Spezifika in Diskriminierung und Verfolgung der verschiedenen Gruppen Rechnung trägt. Die historischen Kontexte sind weitaus komplexer, als mit den aktuellen Verständnissen von Homosexualität und/oder Transgender/Transsexualität/trans* bzw. Intersex/inter* zu fassen ist. Trans* und Inter* in der einzigartigen Stiftung nicht zu berücksichtigen, ist deshalb ein historischer Fehler, der hoffentlich noch rückgängig gemacht werden kann.

Es ist mehr als unredlich, einerseits historisch richtigerweise die Stiftungsgründung mit der Diskriminierung auch von Transgendern argumentativ zu begleiten, dies jedoch nicht im Mandat einzulösen. Wir halten es für ebenso bedenklich und nicht akzeptabel, dass in keinem der beiden Stiftungsgremien, dem Fachbeirat oder Kuratorium, Vertreter_innen von Trans*- und/oder Inter*Organisationen vorgesehen waren/sind und diese auch nicht in den Prozess der Stiftungsgründung miteinbezogen wurden.

Aufarbeitung darf nicht auf Ausschlüssen aufbauen!

Wir haben daher mit dem Bundesjustizministerium und Frau Ministerin Leutheuser-Schnarrenberger Kontakt aufgenommen und um Änderung des Stiftungszweckes sowie um den inhaltlichen und personellen Trans*- und Inter*Einbezug in die Arbeit und Struktur der Stiftung gebeten.

In Bezug auf den Stiftungszweck wurde uns dies bisher verwehrt. Aufgrund unserer Intervention wurden nun allerdings zwei Sitze für trans*/inter* Vertreter_innen im Fachbeirat in Aussicht gestellt, die wahrgenommen werden, um ein Mindestmaß an Einfluss ausüben zu können. Das genügt aber nicht, da der Fachbeirat zwar die inhaltliche Arbeit der Stiftung mitbestimmt, einzig entscheidungsfähiges Gremium ist jedoch das Kuratorium und der aus einer Person bestehende Vorstand.

Auch der Verweis der Bundesjustizministerin auf Leben und Werk Magnus Hirschfelds, weswegen die Bundesstiftung selbstverständlich das „Forschungsfeld seiner Theorie der sexuellen Zwischenstufen" umfasse, ist nicht ausreichend. Es stellt sich v.a. die Frage, inwieweit sich solch historische Forschung auch in moderne Antidiskriminierungsforschung und –arbeit – ebenfalls ein ausdrückliches Mandat der Stiftung – zu trans*/inter* übersetzen lässt. Fest steht: Solange der Stiftungszweck sich auf „Homosexualität“ beschränkt und trans*/inter* Vertreter_innen nicht in einem ausgewogenen Verhältnis in den Gremien der Stiftung beratend tätig sein können, müssen sich trans*/inter* Menschen und Antragsstellende zu diesen Forschungsfeldern auf den „guten Willen“ der beteiligten schwul-lesbischen Verbände und anderen Kuratoriumsmitglieder verlassen. Wie schon die Entstehungsgeschichte der Stiftung zeigt, ist darauf kein Verlass – oder warum hat niemand zuvor im Planungsprozess daran gedacht?

 

Wir kritisieren auch die Marginalisierung lesbischer Perspektiven und die Nicht-Repräsentanz von zu Mehrfachdiskriminierung arbeitenden queeren, lesbischen oder lesbisch-bisexuell-schwulen Organisationen in den Gremien der Stiftung ausdrücklich.

 

Wir fordern ein Ende der Exklusion, Ignoranz, Fremdrepräsentation und des „Mitgemeint-Seins“. Wir fordern eine angemessene Berücksichtigung aller Gruppen und Forschungsanliegen aus LSBTI-Kontexten in ihren Interdependenzen (lesbisch, schwul, bisexuelle, trans*, inter*) und deswegen den expliziten Einbezug von trans*/inter* Vertreter_innen und Belangen in den Satzungszweck und alle Gremien der Bundesstiftung Magnus („Magnesia“) Hirschfeld.

TransInterQueer e.V.

Transgender Netzwerk Berlin

Der wissenschaftliche Beirat des Transgender Netzwerkes

Kontakt: triq [at] transinterqueer.org

Berlin, den 18.10.2011

Die Anliegen der Pressemitteilung werden von einer breiten Allianz aus Wissenschaft, feministischer bzw. gender-queerer Forschung und Gesellschaft unterstützt (vgl. Unterschriftenliste auf separater Unterseite). Die Unterschriftenliste ist weiterhin zur Unterzeichung offen!

Der Pressemitteilung beigefügt finden Sie zwei Beispiele von in der Nazi-Zeit verfolgten Menschen (Lotte Hahm, Quelle: www.lesbengeschichte.de und Liddy Bacroff, Quelle: www.stolpersteine-hamburg.de) mit zumindest nicht heteronormativ binärer Geschlechtsidentität, die nach heutigen Maßstäben ggf. als „trans*“ klassifiziert werden könnten. Grundsätzlich gilt es mit historischen Aneignungsprozessen von identitären Selbstverständnissen vorsichtig umzugehen. Allerdings würde eine Reduktion auf „Homosexualität“ beiden historischen Persönlichkeiten keinesfalls gerecht (vgl. separate Unterseiten).

hier gehts zu den Biographien

und hier zur Unterstützer_innenliste

 

 

 

WORKSHOP – – – Zweifel-los.

Mit: Mit Eric M. Barth und Lukas Nicolaisen

Sonntag, 23.Oktober 2011, 10:00 – 17.00 Uhr
Ort: TransInterQueer e.V., Glogauerstrasse 19, 10999 Berlin, Hinterhof
Offen für alle LSBTI

Nach dem Coming-Out beschäftigen uns in der Regel nicht nur die eigenen Gedanken, Wünsche und Vorstellungen, sondern auch ganz intensiv die Ängste der Menschen um uns herum.
Nicht wenigen Menschen passiert es, dass das erhebende Gefühl des Comming-Outs durch aufkeimende Zweifel, Scham und Schuldgefühle überschattet oder sogar negiert wird.
Nur woher kommen Angst und Zweifel so plötzlich?
Sind das wirklich meine Gefühle oder übernehme ich die von denen um mich herum?
Hier setzt unser Workshop an: Lernen, die Ängste und Zweifel der Anderen von meiner Befindlichkeit zu unterscheiden.


Bitte vorher anmelden, per Email: info@lesmigras.de oder per Telefon: 030 - 21 91 50 90.


 

Erstes offen transidentes Parlamentsmitglied gewählt
Transgender Europe gratuliert Polen zu politischem Erfolg

Am 10. Oktober haben wir erfahren, dass Anna Grodzka, Präsidentin der TGEU-Mitgliedsorganisation Trans-Fuzja, als erste offen transidente Frau ins polnische Parlament gewählt wurde.

Grodzka, die sich seit über 4 Jahren für Transgender- und Intersex-Themen einsetzt, war Kandidatin der Palikot-Bewegung, einer neuen politischen Partei, die sich während der Wahlen mit fortschrittlichen Ideen besonders zu LGBTQI-Themen hervortat.

"Dies ist für Polen ein unglaublicher Schritt nach vorne", sagt Wiktor Dynarski, Koordinator der Zentral- und Osteuropa-Arbeitsgruppe der TGEU. "Wir waren uns bewusst, dass Annas Entscheidung, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen, die Diskussion über Transgender-Themen in der polnischen Politik ziemlich verstärken würde, aber einen solch unglaublichen Erfolg hätten wir uns niemals träumen lassen!"

TGEU bezeigt Polen die gebührende Ehre und hofft, dass eine öffentliche Transgender-Person die Sichtbarkeit von Transgendern und Intersexuellen in Polen vergrößern und ihre Belange weiter in den Vordergrund stellen wird. Im Augenblick fühlen sich viele Transgender und Intersexuelle in Polen unsicher und ungehört. Eine wichtige Verbesserung wäre ein Gesetz, welches die Anerkennung des Geschlechts- und Namenswechsels reguliert. Im Augenblick wird das lediglich durch Fallrecht geregelt. Es existiert bislang kein Gesetz und keine offizielle Verfügung, was Transgender in einem Status rechtlicher Unbestimmtheit belässt.

Der Kommissar für Menschenrechte, Thomas Hammarberg, zählte Polen [1] zu den Ländern, welche keine "schnellen, transparenten und leicht zugänglichen" Mechanismen wie vom Ministerkomitee empfohlen [2] bereitstellen. Hammarberg verlangt von den Mitgliedsstaaten, ihren Verpflichtungen bezüglich der gesetzlichen Anerkennung des Geschlechtes nachzukommen, wie dies wiederholt vom Europäischen Gerichtshof sowie auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt wurde.

"Polen hat die Rechte seiner Transgender-Bürger lange ignoriert. Es ist höchste Zeit, endlich über die Einführung eines Gesetzes zur Anerkennung des Geschlechts zu diskutieren. Wir sind zuversichtlich, dass Grodzkas Erfolg weitere Länder in Zentral- und Osteuropa motivieren wird, die Existenz von Transgendern und Intersexuellen und ihrer Rechte zu beachten", hofft der Co-Vorsitzende der TGEU, Richard Köhler.

 

Kontakt: tgeu@tgeu.org

Deutsche Übersetzung: Sandra-Isabell Trautner, sandra.paradise@googlemail.com

 

 

 

STP 2012 Info- und Soliveranstaltung

 

 

 

mehr zur Inter*Tagung unter www.intertagung.de

 

Zu den Unterstellungen von Zwischengeschlecht.org betreffend die erste Berliner Inter*Tagung, die vom 7.-9.10.2011 in Berlin stattgefunden hat (Blogeintrag vom 8.10.2011)

 

 

Presseerklärung

Europäisches Parlament: Weltgesundheitsorganisation muss damit aufhören, Transgender-Menschen als geisteskrank einzustufen

29. September 2011
In einer gestern gefassten Entschließung forderte das Europäische Parlament die Weltgesundheitsorganisation dazu auf, Transgender-Menschen nicht länger als geisteskrank einzustufen. "Geschlechtsidentitätsstörung" wird gegenwärtig in der internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation als "Geistes- und Verhaltensstörung" geführt.

Der gestern verabschiedete Text "fordert die Kommission und die Weltgesundheitsorganisation dazu auf, Geschlechtsidentitätsstörungen aus der Liste der Geistes- und Verhaltensstörungen zu streichen und eine nicht pathologisierende Reklassifizierung in den Verhandlungen über die 11. Version der internationalen Klassifikation der Krankheiten zu versichern."

Die internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) dient als globale Referenz für körperliche und geistige Probleme. Bis 1990 hatte die ICD auch Homosexualität als Geisteskrankheit geführt. Die Liste wird gegenwärtig überarbeitet; die nächste Version soll nach langwierigen Beratungen im Jahre 2015 finalisiert werden.

Emine Bozkurt, MEP, Mitglied der LGBT Intergroup und Urheberin des Änderungsantrags, erklärte: "Transgender-Identitäten werden von der Weltgesundheitsorganisation immer noch als Geisteskrankheit gewertet. Dies muss sich dringend ändern, spätestens mit Erscheinen der nächsten Version im Jahre 2015. Transgender-Menschen, die in einem Körper leben möchte, der ihrer Identität entspricht, haben natürlich Anspruch auf medizinische Behandlung und deren Vorteile, aber das negative Stigma, welches sie umgibt, muss aufhören."

Der Vizepräsident der LGBT Intergroup, Raül Romeva i Rueda, MEP, fuhr fort: "Wenn Transgender-Menschen für geisteskrank gehalten werden, bedeutet das, dass sie nicht für sich selbst entscheiden können und von Medizinern, ihren Arbeitgebern und Familien oft respektlos behandelt werden. Dieser Aufruf schickt eine klare Botschaft an die Kommission und die Weltgesundheitsorganisation: Die Pathologisierung von Geschlechtsidentität muss aufhören, ebenso wie die Pathologisierung von Homosexualität im Jahre 1990 ihr Ende fand."

Die Europäische Kommission ist Teil der laufenden Verhandlungen für die nächste Version der internationalen Klassifikation der Krankheiten. Mitglieder des Europäischen Parlaments erwarten, dass die Kommission dem Aufruf des Parlaments folgt und querbeet über die politischen Parteien übernimmt.

 

Original unter http://www.lgbt-ep.eu/press-releases/who-must-stop-treating-transgender-people-as-mentally-ill/

 

Vielen Dank an  Sandra-Isabell Trautner (mit Zustimmung der LGBT Intergroup) für die deutsche Übersetzung

 


Trans*-Rechte sind Menschenrechte!

Einladung zur Podiumsdiskussion

Datum: Mittwoch, 05. Oktober 2011, 18.00 - 21.00 Uhr

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, 10117 Berlin, Schumannstr. 8

In englischer Sprache mit Simultanübersetzung

u.a. mit

Dr. Tamara Adrian (Professorin der Universidad Central de Venezuela, Caracas, Venezuela)

Witnes Booysen (Mitglied der NGO GenderDynamix / GDX, Südafrika) Naomi Fontanos (Präsidentin der NGO Society for Transsexual Women of The Philippines / STRAP, Manila, Philippinen) Agniva Lahiri (Direktorin der NGO People Like Us / PLUS, Kalkutta, Indien) Joleen Mataele (Präsidentin der NGO Tonga Leiti Association, Nukualofa, Königreich Tonga) Kristian Randelovic (Gründer der NGO TransGayten, Belgrad, Serbien) Dr. Carsten Balzer/Carla LaGata (TvT-Projekt-Leiter/in, Transgender Europe, Berlin) Dr. Jan Simon Hutta (TvT-Forscher, Transgender Europe, Berlin)
moderiert wird die Podiumsdiskussion von Julia Ehrt, Co-Präsidentin von TransGenderEurope

Seit 2009 leitet die europäische Trans*- und Menschenrechtsorganisation "Transgender Europe" das internationale Forschungsprojekt "Transrespekt versus Transphobie" (TvT), welches in enger Zusammenarbeit mit internationalen Forscher_innen, Aktivist_innen und Partner- Organisationen die Menschenrechtssituation von Trans*- Menschen weltweit erforscht. In der ersten Oktoberwoche 2011 kommen in Berlin sechs Vertreter_innen von TvT- Partner-Organisationen aus Afrika, Asien, Ozeanien, Südamerika sowie Osteuropa zu einem Planungs- und Austausch-Treffen des Forschungsprojektes zusammen.

 

Am 5. Oktober 2011 werden sie gemeinsam mit dem TvT-Team von Transgender Europe einem größeren Publikum erste Forschungsergebnisse präsentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Darstellung der rechtlichen und sozialen Situation die ebenso vielfältigen wie zahlreichen Menschenrechtsverletzungen an Trans*-Menschen sowie "Gute Praxis"-Beispiele, die verdeutlichen, wie die Situation von Trans*-Menschen verbessert werden kann.

 

Live-Stream: Die Veranstaltung wird live übertragen auf: www.boell.de/stream

 

 

 

 

Wigstöckel - Das Festival 2011

"Create and enjoy yourself, it's Wigstöckel!", heißt es wieder vom
1. bis 3. Oktober 2011. Zum 15. Mal versammelt das Festival Trans*menschen,
Drag Kings, Travestiten, Tunten, Queens und Inbetweens sowie alle
Interessierten zu einem einzigartigen Event.

Zum Höhepunkt am Samstag Abend präsentiert Wigstöckel im SO36 eine
glamouröse Show namhafter Künstler_innen aus der Trans*gender-Szene mit
anschließender Party. Stände informieren über die Arbeit
unterschiedlichster Einrichtungen. Am Sonntag lädt das Festival in den
Südblock und öffnet die Bühne für die Ideen nicht nur neuer Talente. Der
Erlös der Veranstaltungen wird an Trans*genderprojekte gespendet.

Mit einer vielfältigen Mischung möchte Wigstöckel auch 2011 wieder die
Grenzen klassischer Geschlechterschemata sprengen und Raum schaffen für
Austausch, Auseinandersetzung, Glitzer, Glamour, Politik und jede Menge
Spaß am Stöckeln. Wie das geht, werte Ladies and Gentleladies? Hingehen
und herausfinden!

Termine des Wigstöckel-Festivals 2011
01.10.11, 21 Uhr (Einlass) / 22.30 (Showbeginn), SO36:
Das Wigstöckel-Event: Performance-Show mit anschließender Party

02.10.11, 17 Uhr Südblock: Fummeltauschbörse, Törtchenwettbewerb & Schlagergärtchen dann Open Stage (Anmeldung für die Open Stage bis 18.00 Uhr oder per mail an team@wigstoeckel.com) mit anschließender Party

03.10.11, 19 Uhr Finissage der Ausstellung "Proudly African & Transgender"
von Gabrielle Le Roux (Südafrika) mit Film, Gespräch und Sektempfang

Amnesty International und TrIQ präsentieren:

Plakat_Austellung

Hier findet ihr die Einladung von Amnesty und die von TrIQ

Weitere Infos zur Ausstellung gibts hier auf deutsch und hier auf englisch

Bitte beachten: Die Veranstaltung am Freitag, den 9.9., (Vortrag von Victor Mukasa: "Die Entwicklung der afrikanischen Trans*bewegung") muss leider auf Grund einer Erkrankung des Referenten entfallen. Alle anderen Termine werden planmäßig stattfinden. Victor Mukasa wird bei der Eröffnung am 7.9. seine Rede per Skype-Konferenz halten.
Wir bitten die kurzfristige Programmänderung zu entschuldigen und wünschen eine interessante und anregende Ausstellung.

 

 

Beiträge zur ersten Berliner Inter*Tagung gesucht!

Liebe Inter*personen, intergeschlechtliche und intersexuelle Menschen, Hermaphroditen, Zwitter und Herms, Angehörige und Verbündete,

Wir – IVIM und TrIQ – laden euch herzlich ein, eure Beiträge und Vorschläge zur ersten Inter*Tagung “Inter*Aktion” einzureichen, die wir vom 7. bis 9. Oktober in Berlin organisieren. Das Programm wollen wir mit möglichst vielen von euch gemeinsam gestalten, deshalb freuen wir uns auf eure Workshop- und Vortragsangebote und sonstige Ideen.

Wer wir sind und was wir mit dieser Tagung wollen könnt ihr hier und (sehr bald) auf unserer Website www.intertagung.de nachlesen, dort findet ihr auch weitere Informationen.

Um einen Workshop anzubieten braucht ihr keine Erfahrung als Referent_in, nur etwas Mut und ein interessantes Thema. Wir können für Vortragende und Workshopleiter_innen von außerhalb Berlins Unterkunft und einen Fahrtkostenzuschuss bereitstellen. Außerdem ist die Teilnahme an der Tagung für Vortragende und Workshopleiter_innen kostenlos.

Zum Programm hätten wir einige Ideen, die zur Anregung dienen können:

  • Vorträge oder Podiumsdiskussionen zu Recht und Gesetz, Medizinkritik, Aktivismus und Erfahrungen;
  • Selbsthilfeworkshops und Erfahrungsaustausch (zu Gesundheitsfragen, Alltagsfragen, Coming out, Empowerment, Workshops für Eltern und Angehörige);
  • Aktivistische Workshops zur Bearbeitung von Inhalten (z.B. zur Entwicklung einer "Betroffenengeleiteten Studie zur Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen”; Strategien für eine starke Inter*Bewegung; Was hat Krankheitswert, was ist gesundes Inter*sein?; Was wünschen wir uns?)

Schicken könnt ihr alles ab sofort und bis allerspätestens zum 21. August an unsere Adresse info@intertagung.de, wir melden uns dann baldmöglichst zurück.

Diesen Aufruf bitte ungehemmt weiterleiten. Wir freuen uns über alle Vorschläge!

Vorfreudige Grüße vom Orgateam aus Berlin

www.intertagung.de
www.intersexualite.de
www.transinterqueer.org

 

 

Sommer…..Sonne ….TrIQNick !!!

Liebe Triqqies und Freund_innen,


am Samstag,  23. Juli seid ihr alle wieder ganz herzlich zu unserem diesjährigen TrIQNick eingeladen.
Los geht’s um 18 Uhr und zwar unweit unserer Räume in der Glogauerstrasse,  auf einer Wiese am Kanal (leider keine Grillwiese, aber…..).  Eine genaue Wegbeschreibung gibt’s hier.
Sollte das Wetter sich  nicht so verhalten wie wir das wollen, sind wir also schnell wieder im Trockenen und im  Falle eines Dauerregens, haben wir Triqqies ja glücklicherweise ein superschönes gemütliches zu Hause und das gesamte TrIQNick kann in der Glogauerstrasse 19 stattfinden.

Und warum es so toll ist dabei zu sein?....na, ist doch klar!!!
…..jede Menge supernette Triqqies werden da sein….Sekt, Wein und Bier  spendiert  die TrIQ-Kasse in angemessenen Mengen…. und wenn wir Triqqies dann noch was nettes zu Essen mitbringen wird das bei super Wetter draußen und auch bei Regenwetter drinnen ein tolles,  buntes Gelage werden.
Übrigens, Plastikgeschirr haben wir noch genug und wenn wir Glück haben bekommen wir auch noch ne
Biobrötchenspende….also wären Brotaufstriche auch super Mitbringsel.

Also nicht vergessen,  Samstag, 23. Juli 11 um 18:00 Uhr gibt’s unser obersupergeniales TrIQNick 2011 ……kommt vorbei, esst und trinkt und habt Spaß….ne bessere Alternative gibt’s am Samstag nicht…



Pressemitteilung TransInterQueer e.V. vom  21.Juni 2011

Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedet Resolution zu Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung

Der VN-Menschenrechtsrat hat heute auf Betreiben Südafrikas, mit der Unterstützung von Brasilien und weiteren 39 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, die erste Resolution verabschiedet, die explizit den Menschenrechtsschutz für Transgender sowie Bisexuelle, Lesben und Schwule festhält. Im VN-Menschenrechtsstaat stimmten 23 Staaten dafür, 19 dagegen, und zwei Staaten enthielten sich. Bisher waren Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung meist unter „sonstige Diskriminierungsgründe“ „mitgemeint“, jedoch schon immer mitgeschützt. Nicht zuletzt auch aufgrund der Aktivität von Trans*Lobbygruppen aus dem globalen Süden wie Norden steht es jetzt schwarz auf weiß und niemand kann sich dem Menschenrechtsschutz auch für Transgender verweigern.

Der VN-Menschenrechtsrat ruft sich in der Resolution selbst als Wächter an, und ist “ohne Unterschiede zu machen, verantwortlich für die Unterstützung des universellen Respekts für den Schutz aller Menschenrechte und Grundfreiheiten“. Er zeigt sich gleichzeitig besorgt über die Gewalttaten gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, und Transgender (LSBT) und will deswegen bis Jahresende eine Studie zur Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sowie zur Gewalt gegen LSBT in Auftrag geben und darüber wachen, dass die Ergebnisse der Studie auch nachfolgend in der VN-Arbeit beachtet werden.

TrIQ-Mitglied Carla LaGata, die als Vertreterin de europäischen Trans*Netzwerkes „Transgender Europe“ (TGEU) einer Gruppe von LSBT- und Trans*Organisationen angehört, die sich bei den VN für die Menschenrechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans*Personen einsetzt, erklärt: „Die historische Bedeutung dieser UN-Resolution für die Verwirklichung der Menschenrechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans*Personen in aller Welt darf nicht unterschätzt werden. Insbesondere die Tatsache, dass in dieser Resolution Menschenrechte nicht nur in Bezug auf „Sexuelle Orientierung“, sondern explizit auch in Bezug auf „Geschlechtsidentität“ benannt werden, macht sie für die weltweite Trans*Bewegung zu einem historischen Ereignis“.

Ins A Kromminga, Gründungsmitglied von TransInterQueer verweist jedoch auf Kämpfe, die nun zu führen sind, damit auch die Menschenrechte intergeschlechtlicher Menschen in künftigen UN-Resolutionen eine Berücksichtigung finden: "Der Schutz auf Basis der Geschlechtsidentität (wie bei dieser UN-Resolution) reicht für intergeschlechtliche Menschen allerdings nicht aus und übersieht die maßgeblichen Forderungen intergeschlechtlicher Menschen auf ein Stopp der an ihnen verübten Menschenrechtsverletzungen und auf die Anerkennung und Schutz ihrer Menschenrechte und ihrer körperlichen und geschlechtlichen Vielfalt.

Daher begruesst TransInterQueer mit Einschränkungen diese Resolution und hofft, dass dadurch alle VN Mitgliedsstaaten, auch die Bundesrepublik Deutschland, endlich den Menschenrechtsschutz von Trans*-Personen ernst nehmen und sich aktiv dafür einsetzen. So werden auch heute noch viele Trans*Menschen, in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt massiv diskriminiert (vgl. Trans* Diskriminierungsstudie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von Jannik Franzen & Arn Sauer, 2010).

Menschen mit geschlechtsuneindeutigem Auftreten werden dabei überdurchschnittlich Opfer von trans- und homophober Gewalt. Erst im Januar 2011 hatte das Bundesverfassungsgericht die gravierendste Menschenrechtsverletztung qua Gesetz, das Sterilitätsgebot des Transsexuellengesetzes, gekippt. Jetzt müssen die Bemühungen verstärkt in Richtung Antidiskriminierungsarbeit und Beratung gehen. TransInterQueer e.V. nimmt die Resolution daher zum Anlass, von der Bundesregierung nicht nur ein menschenrechtskonformes reformiertes Transsexuellengesetz zu fordern, sondern fordert sie auf, die Bestimmungen des TSG derart zu verändern, dass das Verfahren vereinfacht, das Recht auf Selbstbestimmung und freie Entfaltung von Persönlichkeit von Trans*Menschen beachtet, die persönlich zu tragenden Kosten abgeschafft, die Verfahrensdauer stark verkürzt und Trans*Menschen dadurch weniger diskriminiert werden.

Wir sehen aufgrund der Resolution die Bundesregierung zudem in der Pflicht, für eine deutschlandweit flächendeckende Beratungslandschaft für Trans* Menschen zu sorgen, die bisher kaum und regional nur sehr beschränkt Stellen haben, an die sie sich mit ihren Diskriminierungserfahrungen und Problemen wenden können. Besonders Intersex und ihre Eltern haben kaum Möglichkeiten, nicht medizinische und pathologisierende Beratungsstellen aufzusuchen. Die Antidiskriminierungs- und Aufklärungsarbeit in die Gesellschaft hinein muss auf breitester Basis unterstützt werden, um die Menschenrechte für eine große Bandbreite an Geschlechtsidentitäten auch in Deutschland in die Tat umzusetzen.

Der englische Wortlaut der Resolution (L.9 Rev1) befindet sich hier

 

quEAR, das transtonale Ohrenfest

im August wird es hier in Berlin ein Festival der besonderen Art geben………es geht um quEAR, das transtonale Ohrenfest, das Euch eventuell schon in Form von Flyern begegnet ist

Das Festival wird vom 05. bis 07. August 2011 auf dem Queeren Wagenplatz Schwarzer Kanal stattfinden und bis   Ende Juni habt ihr noch die Möglichkeit, eure Beiträge zum Festival anzumelden, wenn ihr das dann wollt…..mehr Infos zum quEar Festival  gibt’s im Internet unter quear.blogsport.de oder, da das ganze ja was mit Hören zu tun hat ;-))

im Interview vom Transgenderradio mit LCavaliero und  Baella von Baden Babelsberg als mp3

 

Liebe Triqqies,

während zur Zeit die Vorbereitungen für die erste Inter-Tagung, die hier in Berlin im Herbst stattfinden soll, in vollem Gange sind, wurde vor kurzem die Dokumentation der  Trans*Tagung 2010 fertiggestellt......und ihr sollt jetzt endlich in den Genuß kommen, sie euch anzusehen........hier gibts die Dokumentation als PDF

Viel Spass beim Lesen!!!

 

Deutscher Ethikrat lädt ein "Zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland"

Öffentliche Anhörung und Dialog (mehr Info hier)

NACHTRAG: ONLINE DISKURS des Ethikrates gestartet, siehe hier

EBENSO KANN DIE ANHÖRUNG HIER PER AUDIOPROTOKOLLE NACHGEHÖRT WERDEN

Mittwoch · 8. Juni 2011 · 10:00 bis 17:00 Uhr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Leibniz-Saal

Markgrafenstraße 38

10117 Berlin

(Programm und mehr unter Weitere Termine)


Noch eine neue Gruppe bei TrIQ!

Stimmtraining für eine femininere Stimme

Da sich die Stimmgruppe bisher noch nicht getroffen hat,  sind dies erstmal nur  Vorstellungen wie die Gruppe aussehen könnte:

Es soll ganz praktisch darum gehen an einer femininer klingenden Stimme zu arbeiten. Die Gruppe ist für alle offen die Intersesse haben  sich regelmässig zu treffen um ihre Stimmen gemeinsam zu trainieren .

 

Weil das in einer kleinen Gruppe besser geht soll die Gruppe nicht zu groß werden, ideal wären ungefähr 6 Personen. Wenn mehr Interesse besteht, wäre es eine Option, einfach eine zweite Gruppe aufzumachen.

 

Da alle die bisher Interesse haben keine Expert_innen für femininer klingende Stimmen sind (ich selbst auch noch! nicht), wären wir auch  für Erfahrungen und Anregungen von Anderen dankbar, die nicht selbst an der Gruppe teilnehmen wollen.

Denkbar wäre es auch gelegentlich ein_e  Expert_in einzuladen um Anregungen zu bekommen.

 

Bei den Treffen wollen wir uns über unsere Erfahrungen mit Stimme austauschen, aber auch ganz praktisch üben. Auch der Spaß  soll dabei nicht zu kurz kommen.

 

Geplant ist, dass die Gruppe sich wöchentlich trifft, und zwar jeden Sonntag um 13:30 bei TrIQ, in der Glogauerstrasse 19 in Berlin Kreuzberg (Hinterhaus, erster Stock rechts).

Ihr könnt einfach vorbeikommen, oder wenn ihr noch Fragen habt auch vorher eine Mail schreiben: an Triq (max[at]transinterqueer.org)  oder an mich (mrs_mara[at]web.de)


 

Neue Gruppe bei TrIQ

Geschlechtskritische „Passing“gruppe

Ab dem 27.Mai trifft sich alle 14 Tage eine neue Gruppe bei TrIQ:

Wir wollen uns nicht an-passen. Wir wollen unseren Identitäten entsprechend leben. Dabei geht es uns nicht darum, als stereotype „Männer“ oder „Frauen“ zu passen.

Viele Ausdrucksweisen haben nichts mit „Geschlecht“ zu tun, sind jedoch in unserer Gesellschaft geschlechtlich konnotiert und werden als „typisch männlich“, „typisch weiblich“ oder „typisch wasauchimmer“ gelesen: Sprechmuster, Gestik, Körperhaltung, Satzinhalte, Satzmelodie, Stimme, die Art zu gehen und sich zu bewegen, Mimik, Aussehen, Lautstärke und vieles mehr. Daraus setzt sich unsere alltägliche Performance zusammen, die unter anderem dazu führt, dass wir geschlechtlich eingeordnet werden und zwar nicht immer so, wie es uns passt. Leider stehen einem stimmigen Auftritt oft alte und unliebsame Verhaltensmuster und Sozialisationen entgegen. Diese Unstimmigkeiten können zusammen entdeckt werden und an der Auflösung derselben kann genauso gearbeitet werden wie an der Aneignung der gewünschten Muster. Eine Erweiterung des Repertoires bringt mehr Flexibilität in den Alltag und bietet uns mehr Möglichkeiten, der eigenen Identität entsprechend wahrgenommen zu werden. Die Idee der „Passing“gruppe wäre, dass wir uns gegenseitig reflektieren, Wissen und Techniken austauschen und zusammen üben, üben, üben, und den Spaß dabei nicht vergessen. Ohne Anleitung gibt es viel Raum für gegenseitigen Austausch. Gebraucht wird nix. Kreativität, Beobachtungsgabe, Gendertheorie, Transerfahrung und Experimentierfreude erleichtern die Teilnahme.

 





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