Ein offenes Berliner Bündnis von Trans*-Menschen, Queers und Freund_innen ruft auf zur Unterstützung der internationalen Initiative der Kampagne gegen die Pathologisierung von Trans*-Menschen

"Stop Trans*-Pathologization 2012".

Die fundamentalen Menschenrechte von Trans*-Menschen werden in Deutschland (und weltweit) auf vielfältigste Art und Weise verletzt. Trans*menschen sehen sich mit täglicher Diskriminierung konfrontiert, die zu sozialem Ausschluss, Armut, schlechter Gesundheitsversorgung und geringen Aussichten auf eine ihrer Ausbil¬dung entsprechende Arbeit führt.
Eine Grundlage für diese Diskriminierun¬gen bilden internationale Krankheitskata¬loge wie das DSM der Amerikanischen Psychiatrie-Vereinigung (APA) und der ICD der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie prägen die nationale Kataloge sowie besondere Gesetzgebungen wie das deutsche „Transsexuellengesetz" (TSG). In Deutschland wird daher bei ei¬ner Änderung des Vornamens oder des Geschlechtseintrages eine Diagnose nach F64.0 des ICD, als psychische Störung der Geschlechtsidentität, gefordert. Diese pathologisierende Klassifizierung ist stig¬matisierend und fördert diskriminierende Gängelei durch Behörden und Gutach¬ ter_innen. Die als Voraussetzung für einen geänderten Geschlechtseintrag ver¬langte Zwangssterilisation widerspricht dem Grundrecht auf körperliche Unver¬sehrtheit und den Menschenrechten. Dies wird zu Recht u.a. vom Menschenrechts¬kommissar des Europa-Rates scharf kriti¬siert.
Die überarbeiteten Kataloge der APA und der WHO sollten ursprünglich bis 2012 bzw. 2014 herauskommen. Durch die weltweite STP-Kampagne, die 2009 von über 200 Trans-Organisationen und ihren Verbündeten aus mehr als 40 Ländern in allen 6 Weltregionen unterstützt wurde, wurde die Veröffentlichung der Kataloge um ein Jahr verschoben. Das Ziel der Kampagne ist, dass im nachfolgenden ICD 11 (ursprünglich ab 2014 in Kraft) Trans*- Menschen nicht mehr wie bisher als psychisch krank stigmatisiert und de¬nunziert werden sollen. Die Hauptforde¬rung der Kampagne lautet daher:


Streichung der Diagnose
Geschlechtsidentitätsstörung
aus den Krankheitskatalogen!


Deshalb wird in Berlin ebenso wie in mehr als 40 Städten weltweit am Samstag, 23. Oktober 2010, dem internationalen STP 2012-Aktionstag, für die Entpathologisierung von Trans*-Menschen demonstriert.

Wir informieren zu den Hintergründen der Kampagne am Sonntag, 17. Oktober 2010 um 15.00 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte.
Berliner Bündnis "Stop Trans*-Pathologization 2012"
http://www.stp2012.info/old/de

Hier alle Veranstaltungen zur Kampagne im Überblick:

Sonntag, 17. Oktober 2010,
um 15.00 Uhr

Info-Veranstaltung
Vorträge, Diskussionen, Performance

Stop Trans*-Pathologization 2012
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin

 

Donnerstag, 21.Oktober 2010, 20.00 Uhr
Silverfuture (Weserstr. 206)
Filmscreening
Diagnosing Difference. "How does it feel to have your gender identity
included in the Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders?"

 

Samstag, 23. Oktober 2010, um 15.00 Uhr

Kundgebung vor der Charité
Universitätsklinikums der Charité
Luisenstraße 57,
10117 Berlin
in der Nähe des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin





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